G E S C H I C H T E   D E R   S E I F E N 

Aus heutiger Sicht kann nicht exakt zurückverfolgt werden, seit wann genau Seifen, so wie wir sie als „Duftexplosionen“ und Reinigungshilfe kennen ins Leben gerufen wurden.

Was jedoch wissenschaftlich bewiesen wurde ist, dass Seifen tatsächlich bereits vor mehreren Jahrtausenden existiert haben und in ihren Ursprüngen aber nicht nur für Reinigungszwecke, sondern auch für andere Zwecke verwendet wurden. Beispielsweise ließ sich durch die Hilfe von ägyptischen Papyrusrollen aufdecken, dass die alten ÄgypterInnen die alkalischen Salze der Öle und Fette für das Mumifizieren benutzten. Man hat schon damals den seifenhaltigen Substanzen eine heilende Wirkung nachgesagt.

Das in der Wüste in großen Mengen auffindbare Natron/Soda hat in den Gebieten von Ägypten das Paradies der Seifenherstellung geboten. In diesen nordafrikanischen Gebieten sollen Frauen schon über zwei Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung diese Ressourcen genutzt haben und damit eine seifenartige Creme aus einer Mischung von pflanzlichen Ölen und Asche hergestellt haben. Unglaublich, nicht wahr? Jahrtausende! In der Antike hatte die Körperpflege, so wie wir sie heute nennen schon eine große Bedeutung. Eindeutige Beweise, dass damals schon Seife hinter dem Zauber steckte, gibt es hierfür allerdings nicht.

In Europa griffen Griechen für die Körperreinigung allerdings vor allem zu Lehm, Sand, Bimssteine (=Vulkansteine) und Asche. Im Anschluss wurde der Körper mit Öl eingerieben. In dieser Hinsicht teilten die Römer ausnahmsweise die Meinung mit den Griechen, denn auch sie griffen hauptsächlich zu einer Kombination aus Asche und Ölen. 

Gaius Plinius Secundus schrieb in seinem Werk „Naturalis historia“ (77 n. Chr.), wie nützlich die von den Galliern angewendete Seife sei, welche aus Ziegenfett und Asche hergestellt wurde.

Sukzessive wurde das Interesse der Römerinnen an dem cremigen Wunder immer größer. Mit der Zeit haben sie Seifen auch beim Färben der Haare angewendet, um somit eine rötliche Tönung zu erzielen.

Auch in den Zeiten der Alchemisten des 9. Jahrhunderts gibt es Hinweise, welche auf das Wissen der reinigenden sowie heilenden Wirkung der Seife hindeuten. Es wurden in dieser Zeitperiode beträchtliche Mengen an Seife aus Arabien, Persien und Indien nach Europa importiert. Zeitgleich blühte hier die Entwicklung der Seifenherstellung völlig auf. Unter Karl dem Großen stieg die Produktion exponentiell und SeifenkocherInnen am Lehngut wurden sogar Pflicht. Das aus den Früchten gepresste und schließlich aus dem letzten Pressvorgang gewonnene Öl, wurde von nun an nicht mehr ausschließlich zum Verzehr verwendet, sondern viel mehr für die Herstellung von Seifen. Aufgrund des hohen Vitamin- und Fettgehalts sowie der hohen hydrierenden Wirkung eigneten sich diese Inhaltsstoffe ideal für die Seifenherstellung. Die Herstellungsmethode hat sich über Generationen hin ständig weiterentwickelt, ist jedoch bis heute noch ähnlich, wenn man von handgemachten Seifen spricht.
Die Seife ist heutzutage aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Wie der berühmte deutsche Chemiker, Justus Liebig schon damals wusste: „Die Seife ist ein Maßstab für den Wohlstand und die Kultur der Staaten.“